Fjord

19. Juni 2009

Der Tag danach

Filed under: Politik — Muli @ 14:32

Nachdem gestern leider wie befürchtet das Gesetz zur Sperrung von Seiten mit dokumentiertem Kindesmissbrauchs durchgewinkt wurde, werden bereits heute wieder die Stimmen laut, die gegen die Beschränkung und für die Ausweitung der Sperren sind.

Heute: gegen “Killerspieleseiten” (link)

Den Audiomitschnitt der Abstimmung gestern habe ich noch nicht gehört, aber nach allem, was mir gezwitschert wurde, kann man auch da nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

Gutes Beispiel, wenn auch nicht direkt aus dem Bundestag ein Zitat von Thomas Strobl, der auch “Killerspieleseiten” sperren möchte: “Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.”

Ich fühle mich ein bisschen, als ob ich vogonischer Dichtkunst ausgesetzt wäre. *ggggnnnnnnnnnnnn*

17. Juni 2009

Adieu Grundgesetz, hallo Zensur

Filed under: Politik — Muli @ 11:16

Am Donnerstag ist es soweit, im Bundestag wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Gesetz verabschiedet, dass die Gewaltenteilung ad Absurdum führt.
Nachdem Gegner der Internetsperren indirekt als Befürworter von Kindesmissbrauch bezeichnet wurden, nachdem Vertreter der Politik und der Wirtschaft Begehrlichkeiten gezeigt haben die Sperren auf andere Inhalte auszuweiten und nachdem der Blick auf Länder in denen ähnliche Systeme bereits eingeführt sind gezeigt haben, dass die Sperren wenig helfen und weit mehr als nur dokumentierten Kindesmissbrauch auf den Listen landet, nachdem über 130 000 Menschen per e-Petition ihren Widerstand publik gemacht haben, nach all dem, wir trotzdem ein Gesetzt für diese Sperren verabschiedet.

Wiedermal bleibt die Hoffnung auf das Verfassungsgericht und Leute, die Zeit und Geld opfern, Klage gegen dieses Gesetz einreichen, damit diesem Bockmist durch die Herren Verfassungsrichter ein Ende bereitet wird. Ein Vorgang, der sich in letzter Zeit immer öfter wiederholt hat (siehe Wahlcomputer). Irgendwie hab ich mir Demokratie anders vorgestellt.

12. Juni 2009

Mixdown

Filed under: Kirche,Technik — Muli @ 23:52

Einmal mit Profis arbeiten, dieser Gedanke, kommt sicher vielen ehrenamtlich tätigen in Wald und Flur öfters in den Sinn. Oft sind die mit der wenigsten Ahnung die lautesten und wissen alles und wenn schon nicht das, dann wenigstens alles besser.

Wie dem auch sei, ich betreue gerade ehrenamtlich die Technik rund um die Auftritte mehrere Künstler im Rahmen einer Festwoche anlässlich des 50-Jährigen unserer Kirchengemeinde. Ich bin selbst natürlich kein professioneller Licht- und Tontechniker, aber ich kenne einige, habe schon mit ihnen gearbeitet und hole mir dort immer wieder Rat.

Auf den heutigen Auftritt eines Kammerorchesters der Bochumer Symphoniker, hatte ich mich besonders gefreut. Ein Mitglied des Ensembles kam während einer früheren Veranstaltung persönlich vorbei und hat mit mir den Audioteil abgesprochen. Violine, Cello und Klarinette werden mit Mikros abgenommen, die er mitbringt, das Keyboard braucht einen Monitor und alles wird in die Stagebox eingestöpselt, ich mische ab und alles wird gut. Ihr Mischpult würden sie zu Hause lassen, da unseres auch nicht weniger kann.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als dieser Mensch (bitte nicht falsch verstehen, an ihren Instrumenten sind sie bestimmt spitze) mir offenbarte, dass er sein Behringer-Mischpult doch dabei hat und selbst auf der Bühne alles abmischt und mir über die Stagebox den MONO!!!-Mixdown zur Einstellung der Lautstärke zur Verfügung stellt.

Nichts mit war mit abmischen. Ein bisschen lauter und leiser konnte ich machen. Gerne hätte ich die 4 Instrumente akustisch aufgefächert. Den einen etwas mehr nach rechts, den aderen etwas nach links usw., um nur den deutlichsten Nachteil aufzuzeigen. Abgesehen davon wurde auch die Qualität durch das zweite Pult alles andere als besser. Am Mittwoch hatten wir eine Kabarettistin inkl. Keyboarder auf der Bühne (beide mir Mikros, sie sogar mit 2 (Gesang und Sprache)). Ebenfalls mit Monitoren auf der Bühne. Alle waren zufrieden und nichts brummte. Kaum kommt das 2. Pult ins Spiel brummt erst deren Monitor und nach dem Wechsel auf unseren brummt es in der ganzen Anlage. Das konnte ich zwar beheben, aber abgesehen, von den fehlenden Möglichkeiten und der schlechten Tonqualität hätten wir uns auch dieses Problem sparen können.

Richtig Spaß hatte ich dann noch mal beim Abbau, als das Keyboard rausgetragen wurde. Das selbe Modell besitzt jemand aus unserer Gemeinde und begleitet damit ab und zu unsere Jugendmessen. Auch kein Profi, aber er hat wenigstens einen ordentlichen Koffer dafür. Die Herren Profimusiker haben das Keyboard einfach mit einer weißen Wolldecke zugedeckt und zu zweit aus dem Zelt getragen. Sah aus, als ob es frisch gestorben war. Aber wahrscheinlich spielt er sonst auf einem Flügel, da kann das blöde Keyboard eh nicht mithalten und bekommt deshalb nur die Wolldecke und kein richtiges Case.

In diesem Sinne: Einmal mit Profis arbeiten.

P.S.: Nichts gegen das Können an den Instrumenten. Darin sind sie sicher klasse, aber was die Technik angeht, war das heute sicher keine Sternstunde und es hätte um Größenordnungen besser sein können.

6. Juni 2009

Näher an der Wahrheit

Filed under: Politik,persönlich — Muli @ 14:27

Endlich sagt es mal ein Politiker laut. Es wird nicht bei Sperren von KiPo-Seiten bleiben, sondern es wird “mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge” geredet werden, meint zumindest Dieter Wiefelspütz (Link1, Link2). Wie in dem Artikel beschrieben, behauptet die CDU weiterhin, es gehe nur um Sperren gegen KiPo und nur darum.

Einerseits ganz nett, das von der SPD mal jemand ausspricht, was viele befürchten, andererseits erschreckend, dass er dabei selber wohl nicht merkt wie erschreckend das ist, was er ausgesprochen hat.

Mittlerweile überlege ich ernsthaft die Piraten zu wählen. Seltsame Zeigen sind das …

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