Fjord

18Apr/080

letzter erster Eindruck vom Mac

So, während der Mac im Hintergrund rödelt erzähle ich mal abschließend was über meinen ihn. Mittlerweile habe ich wohl noch nicht alle untiefen gemeistert und beherrsche wohl auch noch nicht alles am Mac so, wie ich es gerne würde, aber der erste Eindruck ist aber soweit abgeschlossen.

Ordentlicherdings sollte ich jetzt mit allem anfangen was ich für gut oder schlecht halte, aber da dies oft Hand in Hand geht, erzähle ich einfach mal wirsch drauf los.

Großartig finde ich erstmal den Zweischirmbetrieb. Während unter Windows bei jedem Wechsel der Auflösung oder des Anzeigemodus der Monitor Sekundenlang dunkel bleibt, oder mehrmals an und aus geht und ich z.B. beim Notebook meines Vaters die Hälfte der Einstellungen im Windows-Dialog machen muss, um dann Primär- und Sekundärschirm im Dialog des Treibers einzustellen, was das über den Windows-Dialog nicht geht, geht das Ganze auf dem Mac fließend und hat bis jetzt auch noch kein Probleme gemacht. Wozu ich ein bisschen gebraucht habe, war herauszufinden, dass ich zum einstellen des Primär- bzw. Sekundärschirms einfach die in den Bildschirmpiktogrammen angezeigte Menüleiste vom einen auf das andere Piktogramm ziehen muss und schon passiert das auch auf dem großen Schirm und hey, der Bildschirm wurde gar nicht dunkel ;-)

Blöd hingegen finde ich den Mini-DVI-Anschluss, für den man für jeden Wechsel der Schnittstelle einen anderen Adapter für 19€ kaufen muss. Etwas überteuert für ein bisschen Plastik, 2 Stecker und 5 cm Kabel. Trotzdem funzt der Zweischirmbetrieb mit dem DVI-Adapter ebenso gut, wie mit dem VGA-Teil.

Relativ bescheiden finde ich hingegen die Politik von Apple was die Tastatur angeht. mit fn, ctrl, alt und cmd hat man 4 Funktionstasten und gerade wenn man von Systemen ohne Apfel kommt und bei Copy und Paste die STRG bzw. CTRL gewöhnlich mit dem kleinen Finger drückt, ist das bei der CMD-Taste sehr unergonomisch. Dort den Ringfinger zu nehmen, mag meine Hand irgendwie nicht, also gibt das immer ein bisschen Fingerakrobatik. Überhaupt gerät man schnell in die Bredouille wenn man in die Verlegenheit kommt geschweifte oder eckige Klammen setzen zu wollen, oder gar einen '|' oder '\'. Die Teile sind auf der Tastatur gar nicht abgebildet und mit welcher Kombination der 4 Funktionstasten, plus einer Taste auf dem Keyboard man das gewünschte Zeichen auf den Schirm zaubert, erzählt einem nur das Netz.

Hier eine kleine Liste:

{ = ALT + 8
} = Alt + 9
[ = ALT + 5
] = ALT + 6
| = ALT + 7
\ = SHIFT + ALT + 7
@ = ALT + L
---------------
ENDE = CMD + Pfeil nach rechts
POS 1 = CMD + Pfeil nach links

Das Ganze ist rein von der Beschriftung der Tastatur her auf PCs netter gelöst. Zumal man die Kombinationen nach einer Woche in der man sie nicht braucht (zu Anfang) wieder vergessen hat.

Ein weiteres Problem stellt das Dateisystem auf externen Festplatten dar. FAT32 ist nicht nur Uralt sondern stößt bei großen Dateien an seine Grenzen. Für HFS+ muss ich an Windows-Rechnern erst Tools installieren (wie das unter Linux aussieht, weiß ich gar nicht). Da es in meinem Bekanntenkreis deutlich mehr PCs gibt als Macs und es einfacher ist einmal bei mir Zusatzprogramme zu installieren als bei allen anderen bei denen ich evtl. in die Verlegenheit komme meine Platte anstöppeln zu wollen, habe ich meinen Rechner fit für NTFS gemacht.

Das läuft wie folgt:
Man lädt MacFuse von hier und NTFS-3G von hier. Nach der Installation wird bei mir die BootCamp-Partition automatisch mit NTFS-3G gemountet und ist somit schreibbar. Für Schreibzugriff auf die externe Platte, hab ich per Terminal mit "mkdir /Applications/Verzeichnisname" ein Verzeichnis erstellt, in das die Platte gemountet werden soll und dann mit "sudo mount -t ntfs-3g /dev/disk3s1 /Volumes/Verzeichnisname/" das mounten erledigt.

edit: Das Shellskript funktioniert nicht annähernd so toll, wie ich es wollte, unter anderem weil die Festplatte ihren Namen (hier disk3s1) je nach dem, was so alles am Mac hängt ändert.

Den Namen der Platte (disk3s1) erfährt man vom Festplattendienstprogramm (Platte auswählen und per Rechtsklick die Informationen anschauen). Kopiert man jene Zeile in eine Textdatei auf den Desktop und verpasst ihr die Endung "command" so wird sie per Doppelklick ausführbar (ein Shellskript halt).

Falls der geneigte Leser nicht nur geneigt (um wieviel Grad auch immer) ist, sondern auch kundig und weiß, wie man dafür sorgt, das auch externe Platten standardmäßig mit NTFS-3G gemountet werden, so möge er mir dies bitte mitteilen.

Wenn schon MacFuse installiert ist, ist MacFusion nicht weit. Damit lassen sich zumindest SSH und FTP Zugriffe wie externe Festplatten einbinden und das auch im verschlüsselten Modus (SFTP bzw. FTPS). Zumindest habe ich das gelesen. SSH Kontakte pflege ich leider nicht, aber an der verschlüsselten FTP-Variante hätte ich durchaus interesse. Leider sind sämtliche HowTos, die ich im Netz gefunden habe für SSH. Eine FTP-Verbindung anzulegen ist ein leichtes, aber wo sag ich der, dass sie sich gefälligst verschlüsseln soll (auch hier ist der kundige Leser gefragt, falls er denn kundig ist).

Die Dokumentation zu MacFusion ist dürftig bis nicht vorhanden und externe Quellen gehen wie schon erwähnt hauptsächlich auf SSH ein. Sobald ich hier schlauer bin, werde ich eine entsprechende Erläuterung verlinken, oder selbst verfassen.

Nächstes Thema ist das Thema Video.
Wer in meiner Blogroll mal auf den Snapshot geklickt hat, wird wissen, dass ich damit in meiner Zeit vor dem Mac schon in Kontakt gekommen bin. Als ich mich letztens anschickte endlich das längst fertige und vorgeführte Video, welches umkomprimiert vorliegt und somit über 2GB einnimmt (bei ca. 1,30 min oder so) zu komprimieren und auf Snapshot der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, musste ich feststellen, das iMovie damit nichts anfangen konnte, weder QuickTime, noch VLC es abspielen konnten und ReelBean auch nichts davon wissen wollte. Damit liegt die Veröffentlichung wieder einmal auf Eis, bis ich dazu wieder Zeit und Lust habe (oder ich setze mich bald mal oben an den Win-Rechner und mach das fertig, aber das widerstrebt mir).

Mit Audio sieht es da besser aus. Nachdem sich das letzte Hörbuch teilweise weigerte von iTunes eingelesen zu werden, stellte es mit Audacity und dem Optischen Digitaleingang des Mac kein Problem dar diese Tracks von CD-Player meiner Anlage Digital aufzunehmen und schließlich iTunes einzuverleiben (der CD-Player meiner Anlage ist toll, er weigert sich erst CDs abzuspielen, wenn sie so verdreckt oder kaputt sind, das man sie freiwillig nicht mehr anfasst <- leichte Übertreibung).

Eine kleine Enttäuschung hingegen sind Gimp und Inkscape unter OS X, da diese unter X11 laufen, lookt und feelt sich das Ganze irgendwie scheiße an. Wenn ich Geld über habe, werde da einmal die Studentenversionen der Adobe-Familie eingekauft und gut is.

Also abgesehen von Grafik, DTP (wo mir einfach die richtigen Programme fehlen) und Video gibt es nicht viel zu klagen und nach dem letzten Windows Rechner bin, wo ich vor lauter Abstürzen kaum zum Arbeiten kam, bin ich vom Mac weiterhin überzeugt.

Evtl. werde ich hier mal eine Seite für Mac HowTos einrichten, denn an aktuellen, qualitativ hochwertigen Anleitungen für viele meiner Fragen, oder einfach nur einer geballten Ladung Mac-Wissen für Umsteiger fehlt es meiner Meinung nach im Netz. Mal sehen.

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